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Zwischenzeit e.V.







Das verzweigte Aufbäumen

Von Zellstoff, Landkonflikten und Widerständen in Chile


In Deutschland liegt der individuelle Papierverbrauch bei nahezu 250 kg pro Jahr und ist damit fünf mal höher als der weltweite Durchschnitt. Ein Teil der Zellstoffimporte stammt aus Chile. Dort dominieren die Konzerne CMPC und Arauco die gesamte Produktionskette, bepflanzen 2,5 Mio. Hektar mit Eukalyptus und Kiefer und rangieren international in den Top 20.
Die Forstbranche wirtschaftet vorrangig im historischen Siedlungsgebiet der Mapuche, auch Wallmapu genannt. Ende des 19. Jahrhunderts betrieb dort der chilenische Staat eine blutige Enteignungs- und Vertreibungspolitik, die in der Pinochet-Diktatur (1973-90) ihren Höhepunkt fand. Von der „Landreform“ und den hohen staatlichen Subventionen profitierte der Holzsektor. im „Kleinen Süden“ – einem Gebiet innerhalb Wallmapus – hat die Ausweitung der Monokulturen zu Trockenheit, Erosion, Verlust der Artenvielfalt und letztlich zur Zerstörung der Lebensgrundlagen geführt. Während der Forstsektor Millionengewinne erzielt, ist die Armut im „Kleinen Süden“ landesweit am höchsten.
Die ansäßige Bevölkerung kritisiert nicht nur Regierung und Unternehmen, sondern auch FSC Chile für die Zertifizierung dieser Forstwirtschaft. Trotz ungelöster Landkonflikte werden heute 3 von 4 Bäumen mit dem Holzsiegel ausgezeichnet. In diesem Gebiet befinden sich zudem die meisten Zellstofffabriken. Regelmäßig kommt es dort zu Kontaminationen und Störfällen. In Nacimiento klagen Anwohner:innen über vermehrte Krebsfälle durch Abwässer und Emissionen. Dennoch erhöhen Arauco und CMPC die Produktionskapazitäten, wie das umstrittene Projekt MAPA belegt.
Im gesamten Gebiet kämpfen Mapuche sowie Kleinbäuerinnen und -bauern gegen die Ausbeutung der Naturressourcen und deren Folgen. Aufgrund der geringen Rückübertragung von Land besetzen sie angestammtes Territorium und bauen eigene Strukturen wieder auf, wie das Lof Temulemu verdeutlicht. Der Staat reagiert auf die Wideraneignung von Land, politische Aktionen und Demonstrationen mit Militarisierung und Repression. Gegen die Mapuche wendet er ein Anti-Terror-Gesetz aus der Diktatur an und verhängt – entgegen des Urteils des internationen Gerichts für Menschenrechte – langjährige Haftstrafen.
Im „Kleinen Süden“ bepflanzen Initiativen kahlgeschlagene Flächen mit heimischen Bäumen und verbessern so Bodenqualität und Mikroklima. Um Anbauvielfalt und Ernährungssouveränität zu erhalten, führen Frauenorganisationen wie Paimuri regelmäßige Tauschmärkte für Saatgut und Setzlinge durch, informieren über ökologische Bewirtschaftung und alternative Landnutzungskonzepte.
Im Film kommen Angestellte und Manager:innen der Forstunternehmen, das Direktorium von FSC-Chile, Vertreter:innen von Behörden und Umweltorganisationen, Wissenschaftler:innen sowie Kleinbäuer:innen und Mapuche zu Wort.


FILMTRAILER




HD, 85 Minuten, Chile/Deutschland 2021

Idee & Konzept: Sherin Abu Chouka, Heiko Thiele, Tanja Wälty
Kamera & Schnitt: Heiko Thiele
Produktion: Zwischenzeit e.V.

DVD (4,7 GB):

Soli-Preis:


16,-
Normaler Preis: 12,-

Versandkosten:
(D: 1,55 Euro / International: 3,70 Euro)


FILM-DOWNLOAD:

Soli-Preis:


14,- (2 GB)
      16,- (4 GB)
Normaler Preis: 10,- (2 GB)       12,- (4 GB)


Das Team führt gerne Veranstaltungen mit dem Film durch.

=> Bestellungen und Anfragen: film[at]zwischenzeit-muenster.de